Beschneiung in Alberschwende

Technische Beschneiung in Alberschwende
Fragen und Antworten

Wie viel wird im Skigebiet Alberschwende technisch beschneit?
Seit 2002 wird in Alberschwende mit Schneekanonen künstlicher Schnee produziert. Das Gebiet der künstlichen Beschneiung betrifft den unteren Bereich des Skigebietes (Tellerlift, Schlepplift, Hang unter Markgröninger Hütte). Das ist eine Fläche von ca. 6 Hektar. Bis jetzt fand diese Beschneiung mit vier Schneekanonen und einem Kühlturm statt. Das Wasser wird teils von Bächen, teils vom öffentlichen Wassersystem entnommen.

Ist die Beschneiung nicht zu teuer?
Die Region Bregenzerwald lebt Großteil vom Wintertourismus. Der Gast erwartet Schneesicherheit. Wird sie nicht geboten, wechselt er in andere Skigebiete. Beschneiung sichert den Wintertourismus und auch unsere eigene Naherholung. Die Beschneiung in Alberschwende verkürzt die Anfahrtswege der Skifahrer in höher gelegene Skigebiete. Nicht zuletzt gewährleistet eine Beschneiung einen sicheren Betrieb und somit auch sichere Arbeitsplätze in der Gemeinde. Jahrelange Erfahrungen zeigten in Alberschwende die wirtschaftliche Sicherstellung der Liftbetriebe durch eine Beschneiung. Es zeigt sich mehr und mehr, dass eine Beschneiungsanlage zu einem Skibetrieb gehört wie der Skilift oder die Pistenmaschine auch. Die Gefahr steigt bedrohlich, dass Gebiete ohne technische Beschneiung früher oder später im Wettbewerb untergehen werden, da der Anspruch der Gäste an die Pistenqualität, an das Gesamtprodukt und an die Planbarkeit stark gestiegen ist und weiter zunimmt. Die Kosten für 1m³ erzeugten Maschinenschnee belaufen sich auf ca. € 4.-. Die Kosten für die Beschneiung tragen die Liftbetriebe Alberschwende zur Gänze selber und werden über den Fahrkartenpreis deckend rückfinanziert.

Verbraucht Beschneiung nicht enorme Energiemengen?
Beschneit wird meist nachts, daher mit Überschussstrom im Rahmen vorhandener Anschlusswerte. Der Energieverbrauch ist nicht zuletzt aufgrund kurzer Schneizeiten, geringer als oft angenommen wird. So benötigt eine Schneeanlage für eine Fläche von 6 Hektar im Durchschnitt einen Energiebedarf von 75.000 kWh pro Jahr. Im Vergleich dazu: Ein Flug von München nach Mallorca mit 200 Passagieren benötigt 125.000 kWh. Ein kommunales Hallenbad benötigt durchschnittlich bis zu 565.000 kWh pro Jahr.

Ist Kunstschnee bedrohend für die Natur?
Schon der Begriff ist irreführend. Es werden nur technisch Vorgänge der Natur nachgeahmt. Das heißt: Beschneiungsanlagen mischen Wasser und Luft in einem bestimmten Verhältnis. Das zerstäubte Wasser kristallisiert zu Schnee. Künstliche Zusätze sind untersagt. Die Skisaison wird dadurch nicht verlängert. Beschneiung dient lediglich dem Ausgleich von Schwankungen in der Schneemenge am Beginn der Saison. Der Beschneiungszeitraum ist behördlich eingeschränkt, so dass ein Beschneien nach Mitte Februar in unserer Höhenlage nicht möglich ist.

Durch die Beschneiung werden der Natur aber enorme Wassermengen entzogen?
Stammt das Wasser aus einem Fließgewässer (wie derzeit zum Teil in Alberschwende) wird die zu entnehmende Menge von den Behörden genau festgelegt. Es ist stets eine gesunde Restwassermenge zu belassen. Im Falle die Beschneiung im Skigebiet Alberschwende ausgebaut werden muss, sollte ein Speicherteich angelegt werden. Ein Speicherteich ermöglicht in regenintensiven Zeiten das natürliche Sammeln von Wasser, das im Winter wiederum verschneit wird. Bei der Schneeschmelze im Frühling gelangt das Wasser wieder zurück in den natürlichen Kreislauf. Es gibt viele Beispiele, wo künstliche Speicherseen sehr passend an die Natur angelegt wurden und für den Sommer einen attraktiven Erholungsraum am Wasser bieten.

Macht der Klimawandel Beschneiung auf der Höhenlage in Alberschwende nicht bald überflüssig?
Die Vorhersagen orientieren sich an einem Zeithorizont von 50 Jahren. Investitionen in Beschneiungsanlagen unterliegen kurzfristigeren Zyklen. Klimaveränderungen müssen stets kleinräumig betrachtet werden und können ebenso wenig pauschal eingesetzt werden wie Höhengrenzen. Eine Beschneiung ist nur dort sinnvoll, wo eine Nordorientierung und Schattenlage eingehend geprüft werden. Klimaforscher sagen ja nicht generell weniger Schnee voraus, sondern eine Verschiebung der Niederschlagszeiten. Hier kann die Beschneiung vor allem beim Saisonstart wichtige Dienste leisten. Die Skipisten in Alberschwende sind mit seinen von Wäldern umgebenen Nordhängen ideal für eine Beschneiung. Erfahrungsgemäß wurden Wärmeeinbrüche bis zu 2 Wochen jeweils überstanden. Für eine Erstbeschneiung reichen nur etwa 7 Nächte mit Temperaturen von -1 bis -3 Grad. Nach dieser Erstbeschneiung ist ein Startbetrieb im unteren Bereich bereits möglich. 20 cm Kunstschnee entsprechen durch die verdichtete Anlage 60 cm Naturschnee. Die Wiesen in Alberschwende ermöglichen das Skifahren mit einer geringen Schneedecke. Demgegenüber müssen höher gelegene, steinige/ felsige Skigebiete um das vielfache mehr Beschneien. Sämtliche Forschungsinstitute sind derzeit damit beschäftigt, die Technik der Beschneiung mit niedrigeren Temperaturen und weniger Wasserverbrauch zu verbessern. Bedingung ist allerdings ein Schnee ohne Chemie. Dennoch muss parallel zur Beschneiung ein Ganzjahresangebot in Alberschwende geplant werden, welches die Abhängigkeit von Schnee und Skifahren auflöst.

Braucht es denn in Alberschwende „Kunstschnee“ – in einer weiteren halben Stunde Autofahrt findet man sicher beschneite Pisten?
Ja, dies ist richtig. Fast alle Skigebiete haben in den letzten Jahren in technische Beschneiung stark investiert. Ökologisch ist der Sinn von langen Anfahrtswegen zu hinterfragen, ebenso ist der finanzielle Aufwand gross: Ein Skitag in Damüls, Warth oder auch am Arlberg ist doch mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden. Gerade in letzter Zeit sind „geografische Nähe“ und „Einfachheit“ wieder stärker ins Zentrum gerückt. Deshalb möchten wir in Alberschwende finanziell erschwingliches Skifahren (auch für sozial nicht so gut situierten Familien) als Naherholung für das Rheintalgebiet ermöglichen.

Schadet Beschneiung den Wiesen?
Im Skigebiet schützt eine gut geschlossene Schneedecke vor Beschädigungen durch Skifahrer oder Pistengeräte. Für das Ökosystem größte Belastungsfaktoren sind der Bodenfrost, die verkürzte Produktionszeit und die durch die Schneeverdichtung bedingte Reduktion der Luftdurchlässigkeit der Schneedecke. Eine verdichtete Schneedecke mit Kunstschnee hat einen viel geringeren Anteil an Luftporen als eine natürliche Schneedecke. Dadurch wird die thermische Isolationsfähigkeit der Schneedecke stark reduziert. Der Sauerstoffmangel führte in Kombination mit tiefen Temperaturen zu einer starken Schädigung der Pflanzenteile. So ist der Boden unter einer präparierten Schipiste mit einer Schneedichte von 500 kg m-3 erst ab einer Schneehöhe von mehr als 60 cm vor tiefem Bodenfrost geschützt. Bei einer lockeren Naturschneedecke mit einer Dichte von 200 kg m-3 reicht dagegen eine Schneehöhe von 40 cm aus. Demgegenüber konnte eine Umwandlung der Magerwiese in Richtung Fettwiese festgestellt werden. Als Ursache für die Veränderungen in der Artenzusammensetzung wurde der Eintrag von Mineralstoffen erkannt. Diese Mineralstoffe sind im Beschneiungswasser aufgelöst. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß jedes Wasser, das wir auf die Piste bringen, und sei es reines Trinkwasser (dasselbe gilt gleichermaßen für Fluß oder Teichwasser), nicht mit Regenwasser zu vergleichen ist. Trinkwasser enthält Stoffe, die im Regenwasser fehlen, wie Kalzium, Magnesiun und andere Minerale. Das mineralstoffreiche Bachwasser ist für die Bodenbeschaffenheit und Wiesenvielfalt abwechslungsreicher und wertvoll. Dies konnte von der geol. Techn. Universität in Graz nachgewesen werden.

In Alberschwende wird die Beschneiung nur auf einzelne Abfahrten beschränkt, so dass wenig Fläche betroffen ist – eben soviel dass die Wirtschaftlichkeit und das Überleben der Liftbetriebe möglich ist. Derzeit wird ein neues Entgeltsystem entwickelt, indem die Beschädigung an Wiesen den Grundbesitzer/innen angemessen ausgeglichen werden kann.

Quellen für Fragen und Antworten:
– Eidgenössisches Institut für Schnee und Lawinenforschung: Klimawandel und Wintertourismus:
Ökonomische und ökologische Auswirkungen von technischer Beschneiung, Birmensdorf.
– Institut für Botanik, Innsbruck, Auswirkungen der künstlichen Beschneiung von Schipisten auf die
Umwelt.
– Liftbetriebe Alberschwende: Anita Winder, Gustl Eiler.
– Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V.
– Wissenschaftlicher Schneitest:
http://erso-beschneiung.com/schneitest/

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Sonn- und Feitertage: 10:00 – 12:15 und 13:00 – 16:30
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Sonn- und Feitertage: 10:00 – 12:15 und 13:00 – 16:30

 

 
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